Menschenkette gegen Atomkraft: Ein Erlebnisbericht
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Datum: 13.03.2011Ihre AnsprechpartnerInnen:
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Dirk Huhn ist Mitglied im Vorstand der Mendener Grünen und vertritt die GAL im Sozialausschuss
Auch Dirk Huhn, Mitglied im Vorstand der Mendener Grünen, war dabei und schildert in einem Erlebnisbericht seine Eindrücke:
Von bestem Frühlingswetter begleitet trafen sich am Samstag, dem 12.03. Atomkraftgegner aus dem ganzen Land, um sich zu einer Menschenkette zu formieren. Vom überalteten Meiler Neckarwestheim bis zur Staatskanzlei in Stuttgart aufgereiht machten sie deutlich, solange zu kämpfen, bis der Atomausstieg unumkehrbare Realität ist.
Als Mendener Delegation stiegen mein Sohn Luca und ich in Dortmund in den Sonderzug, der uns via Ruhrgebiet und Rheinland ins „ Ländle " brachte. Von gemeinsamer Begeisterung für die wichtige Sache getragen, entwickelte sich schon auf dem Weg zu den Standpunkten eine Stimmung mit Happeningcharakter. Jongleure, Gaukler und Musiker waren ebenso phantasievolle Akteure wie Persönlichkeiten an Lautsprecherwagen, die die Menge immer wieder zu Liedern und Sprechchören animierten. Letztlich reichten sich 50.000 - 60.000 Menschen die Hand zum Zeichen des ungebrochenen Widerstandes gegen eine Atompolitik an den Ängsten der Menschen vorbei.
Über allem schwebte ständig der Schrecken des tagesaktuellen Geschehens. Besorgnis und Mitgefühl spiegelten sich in den Gesichtern, sobald Neuigkeiten aus Japan zu hören waren. Keiner konnte sich dem entziehen, was natürlich auch in viele Reden und spontane Äußerungen einfloss. Einhelliger Tenor war aber auch, die Ausstiegsnotwendigkeit nicht zu sehr an das aktuelle Unglück anzulehnen. Es ist als letzte Mahnung an eine Welt zu verstehen, deren energiepolitische Prioritäten sich auch ohne diese schrecklichen Ereignisse als Irrweg dargestellt haben.
Mich persönlich hat sehr ermutigt, wie gemischt und dadurch auf breite Basis aufbauend sich der Protest präsentiert hat. Die soziale und altersmäßige Streuung der Teilnehmer verbietet es jedem Regierenden, von Chaoten oder Krawallmachern zu sprechen und so die Bewegung zu diskriminieren. Aktionen wie diese verbreiten eine Energie, die hoffentlich viel dazu beiträgt, den Widerstand lebendig zu erhalten.
