BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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A46-Verkehrsgutachten zeigt: Keine Entlastungswirkung, Autobahn unnütz

17. November 2009

Derzeit wird die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) zum A46-Weiterbau erstellt. Sie soll im Frühjahr offiziell vorgestellt werden, zur Zeit existiert bereits eine Rohfassung. Bestandteil der UVS ist auch eine Verkehrsuntersuchung, die die Auswirkungen der A46 beschreiben soll. Diese Verkehrsuntersuchung, speziell für das Mendener Stadtgebiet, haben die Grünen ausführlich studiert und geben eine kritische Bewertung ab:

1. Das Untersuchungsverfahren der Umweltverträglichkeitsstudie A46 (UVS) ist ungenau und unrealistisch.

Zur Ermittlung der Be- und Entlastungswirkung der A46 wurde ein abstraktes Verfahren angewandt. Ein Computerprogramm hat rein aufgrund von statistischen Daten wie z.B. zu Bevölkerungszahlen, Handels- und Industriestandorten, etc. errechnet, wie "normalerweise" wohl der Verkehr fließen müsste.

Die UVS scheint zudem so gerechnet zu sein, dass für viele lokale Fahrten immer die Autobahn genutzt wird - selbst wenn dies real ziemlich unnütz wäre:

- Auf der B7 zwischen Menden und Hemer soll der gesamte Verkehr über die Autobahnanschlussstelle an der Edelburg fließen. Mendener, die z.B. bei Real einkaufen, würden nach dieser Annahme Umwege über die Autobahn fahren.

-Der Verkehr auf der B7 bei Schwitten sinkt laut Gutachten von 10.000 auf 2.000 Fahrzeuge - sie wird dort quasi von Bundesstraße zu Dorfstraße. Das lässt sich allein mit vermindertem überregionalem Verkehr nicht erklären. Anscheinend geht die Studie davon aus, dass sämtliche Bewohner der nordwestlichen Stadtteile (Schwitten, Bösperde, Halingen, Platte Heide) zukünftig erstmal quer durch die Stadt die weitab gelegenen Autobahnauffahrten im Süden ansteuern, um dann von dort z.B. nach Wickede etc. zu fahren. Das macht aber in der Praxis überhaupt keinen Sinn. Gerade für den Verkehr zwischen und aus den nordwestlichen Stadtteilen ist der Ausbau der A46 wenig relevant.

Für den gültigen Interkommunalen Verkehrsentwicklungsplan der Städte Hemer - Menden - Iserlohn wurde ein anderes, intensiveres Verfahren angewandt: Es wurde so realitätsbezogener und näher am Verkehrsteilnehmer gearbeitet. So wurden hier z.B. die Verkehrsteilnehmer direkt befragt. Zudem gab es Stromzählungen an einer Vielzahl von Straßenknoten, Haushaltsbefragungen, Betriebsbefragungen, Fahrgastzählungen im öPNV. Dadurch ergeben sich viel genauere und glaubwürdigere Ergebnisse, die von der virtuellen Datenerhebung der UVS erheblich abweichen. Hier zwei Beispiele für Differenzen der Studienergebnisse:

B7 zwischen Menden und Hemer:

Fahrzeugbewegungen am Tag: 20 000

reduziert sich durch A46 auf 14 000 lt. VEP

reduziert sich durch A46 auf 4 000 lt. UVS

Differenz: 10 000 Fahrzeuge

Westtangente:

lt VEP eine Mehrbelastung von 3 000 KFZ-Bewegungen am Tag,

lt UVS eine Entlastung in Höhe von 5 000 KFZ-Bewegungen am Tag,

Differenz: 8 000 Fahrzeuge

Eine Erklärung für die so gravierenden Abweichungen zwischen den beiden Studien liefert das Verkehrsgutachten zur A46 nicht. Die einzig nachvollziehbare Erklärung ist, dass das Gutachten zielorientiert, d.h. im Sinne des Auftraggebers und damit pro-A46, erstellt wurde.

2. Die Entlastungswirkung durch die A46 ist gering

Trotz der unterstellten Zielorientierung ergeben sich laut Verkehrsstudie keine gravierenden Verkehrsentlastungen für Menden. Die einzige angenommene Entlastung auf der B7 bei Schwitten entpuppt sich als völlig unrealistisch (siehe oben). Die immer wieder angeführten belasteten Bereiche (Bräuckerweg, Kreuzung Märkische Straße) werden verhältnismäßig nur gering entlastet (z.B. Bräuckerweg von 18.000 auf 14.000). Hier würde eine lokale Lösung viel mehr Erfolg bringen. Dazu gibt es seit Jahrzehnten Ideen, z.B. die Nordtangente, die am Ortseingang Platte Heide den Verkehr aufnimmt und am Ortsausgang zwischen Menden und Schwitten wieder auf die B7 bringt. Diese wurden aber wegen des erwarteten A46-Ausbaus immer wieder zurückgestellt oder gar nicht erst ernsthaft angefasst wurden.

Auf der A46, am Anschluss A445 werden nur 25 000 KFZ pro Tag erwartet, diese Zahlen rechtfertigen auch mit Blick auf den überregionalen Verkehr laut Verkehrsexperten keinen Autobahnbau.

3. Mehrbelastungen durch die A46

Es gibt Straßenverbindungen, die nach der VU durch die A46 zusätzlich belastet werden. So wird z.B. die B515n Richtung Hüingsen ab der Anschlussstelle der A46 im Jahr 2020 um 6000 Fahrzeuge täglich zusätzlich belastet (von 10.000 auf 16.000). Das ist eine Steigerung um 60 Prozent. Bereits in der Vergangenheit gab es im Bereich der Zufahrt der B515n auf Hüingsen massive Beschwerden der AnwohnerInnen hinsichtlich der Lärmbelastung.

Reduzierungen des Verkehrs, z.B. am Bräukerweg um 4.000 Fahrzeuge, stehen somit an anderer Stelle des Mendener Stadtgebiets Verkehrssteigerungen gegenüber. Zusätzlich kommt aber noch der überregionale Verkehr auf der Autobahn, der Menden mit Lärm und Emissionen belastet.

Von einer Entlastung kann also keine Rede sein, effektiv wird Menden durch die Autobahn erheblich mehr belastet.

4. Wem nützt die A46 in Menden wirklich?

Wir stellen fest:

- Die wenigsten Mendener haben durch die A46 eine Fahrzeitverkürzung. Der innerörtliche Verkehr wird nicht entlastet.

- Der gesamte Nordwesten hat keinen Vorteil, auch das im Norden gelegene noch entwicklungsfähige Industriegebiet Hämmer profitiert nicht.

- Weitere Entwicklungsflächen für Industrie in der Nähe der Autobahnauffahrten im Süden stehen nicht zur Verfügung.

Kurz gefasst: Die A46 nützt - von wenigen Ausnahmen abgesehen - weder den Mendener Bürgern noch der Industrieansiedlung.

Das Fazit der UVS lautet aber: „Die gravierende Zerstörung von Natur und Landschaft rechtfertigt sich durch eine Entlastungswirkung der A46 auf den Verkehr in der Region." Diese Abwägung ist für die Grünen nach Datenlage nicht nachvollziehbar. Vielmehr würde der Autobahnbau eine deutliche Einbuße der Lebensqualität in Menden bedeuten ohne eine spürbare Entlastung gegenüberzustellen.

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