BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

Grüne fordern sofortige U3-Bedarfsermittlung

27. Mai 2011

Am 21. Mai 2011 lud die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu

einem grünen KITA-Gipfel nach Berlin ein. Teilnehmerinnen und Teilnehmer

aus Bund, Ländern und Kommunen, aus Politik, Theorie und Praxis, sind

dieser Einladung gefolgt und haben einen Tag lang angeregt über die

Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung in Deutschland diskutiert. 

Hier finden Sie mehr Informationen zum KITA-Gipfel, u.a. Fachreferate, Ergebnisse der Workshops und das gemeinsame Kommuniqué der Teilnehmenden.

Für die GAL-Fraktion nahmen Ingrid Ketzscher und Tina Reers am KITA-Gipfel teil. Ihre Einschätzung, dass gerade bei der U3-Betreuung dringender Handlungsbedarf für Menden besteht, wurde auf dem Gipfel bestätigt. Der Hellweger Anzeiger hat dies in seinem Artikel am 27. Mai gut dargestellt, weshalb wir ihn mit freundlicher Erlaubnis hier einstellen:

Grüne fordern sofortige U3-Bedarfsermittlung

Es ist geltende Rechtslage: Ab dem Jahr 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen U3-Betreuungsplatz für ihre Kinder. Wie viele Plätze in Menden gebraucht werden, ist noch nicht sicher.

Genau das kritisieren die Grünen, allen voran die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GAL, Ingrid Ketzscher, und das Ratsmitglied Martina Reers, selbst Heilpädagogin. Beide waren am Wochenende in Berlin zum „Kita-Gipfel" der Grünen, der den Zusatz „Herausforderung angehen" im Namen trug. In der Hauptstadt trafen Experten wie Prof. Dr. Thomas Rauschenbach (Direktor des Deutschen Jugendinstituts), Birgit Zeller (Vorsitzende Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendämter) und Katja Dörner (Familien- und kinderpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion) auf Praktiker von der Basis. Die Botschaft, die das Mendener Duo mit in die Hönnestadt zurückbrachte, ist eindeutig. „Wir müssen schnell viel tun", sagen beide unisono. Für sie war der Gipfel ein weiterer Antrieb, die U3-Versorgung in Menden weiter zu verbessern.

Dabei haben die Grünen weiterhin vor allem den Stadtteil Nord im Auge. Hier fehlen nach aktuellen Berechnungen im Kindergartenjahr 2010/11 40 Plätze, 2011/12 37 Plätze und dann jeweils 21 Plätze. „Da müssen wir dringend etwas tun", sagt Ingrid Ketzscher und fügt hinzu: „Dass wir schon Kitas geschlossen haben, war ein großer Fehler." Sie und Martina Reers glauben nicht, dass die Quote von 32 Prozent realistisch ist, die bisher für Menden im Raum steht, wenn es darum geht, wie viele Eltern ihren Rechtsanspruch auf einen U3-Platz geltend machen. „Wir brauchen sofort eine Bedarfsermittlung. Das ist in Menden relativ einfach, weil die Familienlotsinnen ohnehin alle Familien besuchen", macht Ketzscher einen praktischen Vorschlag und kündigt an, dass die Grünen mit einem neuen Antrag zur U3-Betreuung in die Offensive gehen wollen. Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss (oder der Unterausschuss) soll sich intensiv damit beschäftigen.

Neben der Frage, wie hoch der tatsächliche Bedarf in Menden sein wird, wird eine Rolle spielen, ob genügend Fachkräfte für die Kinder zur Verfügung stehen. „Wir müssen die Qualität hoch halten", mahnt Martina Reers und warnt vor einem einfachen Aufstocken der vorhandenen Gruppen: „Damit ist keinem Kind geholfen."

Die Grünen machen darauf aufmerksam, dass Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich schlecht da steht - insbesondere im Vergleich zu den Ostländern, wo es die Krippen-Tradition gibt. Um die Situation zu verbessern, habe die Landesregierung neue Mittel zur Verfügung gestellt, sagte Ingrid Ketzscher gestern Abend. Insgesamt 310 Millionen Euro stünden damit jetzt insgesamt zur Verfügung. Die Information, die Ketzscher selbst erst gestern erhielt, enthält auch eine Aufschlüsselung. Danach könnte Menden sofort 295000 Euro in Anspruch nehmen, im nächsten Jahr weitere 177000 Euro, so Ketzscher. Bisher habe man in Menden mit deutlich geringeren Beträgen gerechnet. Die Forderung von Martina Reers und Ingrid Ketzscher ist klar: Menden soll das Problem der U3-Plätze sofort angehen und die Erfüllung des Rechtsanspruches und der Betreuungsqualität sichern. Mit neuer finanzieller Förderung sei das möglich. Denkbar seien die Nutzung vorhandener Gebäude oder Neubauten.

(Text: Dirk Becker, Hellweger Anzeiger)

Hier noch einige Bilder vom KITA-Gipfel:

Renate Künast eröffnete den KITA-Gipfel mit einem Statement

 

Tina Reers und Ingrid Ketzscher mit Katja Dörner (Mitte, kinder- und familienpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion)

 

 

Talkrunde (von links):

Birgit Zeller, Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendämter,

Ekin Deligöz MdB, stellv. Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion,

Norbert Hocke, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,

 

 

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