BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Signale abbauen ist das falsche Signal

9. September 2011

Signale abbauen ist das falsche Signal,

es ist der zweite Schritt vor dem ersten,

es ist Verschwendung öffentlicher Mittel!

Die Strecke Hemer-Menden wird als zu untersuchende Strecke in den Nahverkehrsplan aufgenommen. Gründe sind u.a. das hohe Pendleraufkommen zwischen den Mittelzentren und dem Oberzentrum Dortmund und die übereinstimmende Willensbekundung der anliegenden Städte und des Kreises. Der Grundsatzbeschluss fiel in der NWL-Verbandsversammlung am 19. Juli einmütig parteiübergreifend. Nach redaktioneller überarbeitung wird der Nahverkehrsplan einschließlich Strecke Hemer-Menden am 20. Oktober beschlossen.

Gleichzeitig werden heute Einfahrsignale in Menden aus Richtung Hemer von der Bahn demontiert, ein Teil der Schiene herausgenommen und ein Prellbock aufgestellt. „Das ist das falsche Signal, denn wenn vor Ort eine Reaktivierung angestrebt wird, kann nicht gleichzeitig mit dem Abbau begonnen werden." kritisieren Matthias Gast, Sprecher des Oesetalbahnvereins und Ingrid Ketzscher, grüne Ratsfrau in Menden.

Für das Schienenrückbauverfahren werden die Stadt Menden und der Kreis beteiligt, denn es muss ein Einvernehmen hergestellt werden. Der Mendener Rat wird erst in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Warum wartet man diese Entscheidungen nicht ab?

Der Abbau der Signale bedeutet zum Glück noch nicht, dass die gesamte Strecke abgebaut wird. Das wäre fatal, denn wenn dem Schienenrückbauantrag stattgegeben und die Schiene demontiert wird, wäre der Kosten-Nutzen-Faktor kaputt. In diesem Fall muss nämlich Neubaustandard berechnet werden - und zusätzlich noch der Abriss eines Radweges. Zur Zeit aber sind die Chancen für einen guten Kosten-Nutzen-Faktor hoch, weil die noch brauchbare Schiene liegt und mit weniger Aufwand für einen regelmäßigen Personenverkehr nachgerüstet werden kann. Das hieße, einer Reaktivierung durch den NWL stünde nichts im Wege.

Schiene und Radweg gehören u. E. zusammen, deshalb: Schiene liegen lassen und aus einen dem Bundestopf finanzierten Radweg parallel bauen. Das ist der machbare Königsweg!

 

Das Foto zeigt Mitglieder des Oesetalbahnvereins vor einem der Baufahrzeuge:

 

Foto: Hellweger Anzeiger

 

Die WP berichtet in einem Artikel am 09. September über die Abbaumaßnahmen. Darin stellt auch Hemers Bürgermeister Esken seine Meinung dar. Die Mendener Grünen stellen hierzu einige Dinge richtig:

Das wichtigste kommt etwas zu kurz: Die Strecke Hemer-Menden ist in den Nahverkehrsplan aufgenommen worden. Das heißt: Die gesamte Region Westfalen-Lippe stuft diese Bahnstrecke als bedeutsam ein aufgrund der augeprägten Pendlerbeziehungen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse wird darüber Aufschluss geben, ob eine Reaktivierung mit Direktverbindung nach Dortmund sinnvoll ist. Bei positivem Ergebnis kann u.E. durch diese Schienenverbindung der Alltag der Pendler erleichtert werden. Das muss nicht zum Nachteil der Radfahrer sein, denn ein Radweg lässt sich auch parallel aus Bundesmitteln bauen.

Herr Esken nimmt das vermeintliche Ergebnis dieser parteiübergreifend beschlossenen Untersuchungen vorweg, wenn er die Unwirtschaftlichkeit unterstreicht. Im Presseartikel argumentiert er, die Rhein-Sieg-Eisenbahngesellschaft (RSE) habe schnell gerechnet, dass ein Dauerbetrieb auf der Strecke nicht wirtschaftlich sei und dass kein regelmäßiger Verkehr zustandegekommen sei. Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist, dass die RSE als Infrastrukturunternehmen die Aufgabe hatte, die Gleise in einen fahrtüchtigen Zustand zu versetzen. Diesen Auftrag hat sie gut erfüllt. Einen regelmäßigen Linienverkehr zur Landesgartenschau hätte Hemer selbst mit dem ZRL aushandeln können. Der Landrat hatte seine Hilfe angeboten und einen und sich für einen „Gartenschauexpress" ausgesprochen. Hemer nahm dieses Angebot nicht an.

Zur Wirtschaftlichkeit: Alle Bahnverbindungen sind Zuschussgeschäfte, gehören aber zur Daseinsvorsorge und werden deshalb, wie die Straßen auch, öffentlich finanziert bzw gefördert. Wo werden diese öffentlichen Mittel, die Regionalisierungsmittel eingesetzt? Diese Frage der Verteilung wird politisch entschieden. Setzen wir uns dafür ein, dass etwas in unsere Region fließt oder überlassen wir den Kuchen anderen? Ein Großteil der Bürger jedenfalls wünscht sich die Direktverbindung nach Dortmund.

 

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