BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Kinder- und Jugendbereich: Nicht nur die Kosten, sondern auch den gesellschaftlichen Ertrag sehen!

25. August 2011

Auf Seite 1 der WP am 23.08. wird anlässlich der aktuellen Sparanforderungen der Kinder- und Jugendbereich dargestellt. Im Artikel heißt es u.a.: 22 Millionen Euro lässt sich die Stadt den Kinder- und Jugendbereich kosten, denen nur 6 Millionen Erträge gegenüber stehen. Der Kämmerer meint, dass auch hier eingespart werden müsse. Zudem kritisiert er offen die Lokalpolitik: Es komme zu einer überplanmäßigen Ausgabe von 170 000 Euro im Bereich der Bezahlung von Tagesmüttern, da die Politik die von der Verwaltung „vorgeschlagene Reaktion auf ausufernde Inanspruchnahme dieser Leistungen" nicht mittragen wolle. Hamer: „Jetzt kommt es zu einer vermeidbaren Kostensteigerung von rund 50 Prozent."

Dazu erklären die Mendener Grünen:

22 Millionen Euro für Kinder und Jugend - was sagt uns das? Ohne einen Vergleich zu anderen Haushaltspositionen zunächst sehr wenig. Dass Kitas, Jugendangebote, Jugendsozialarbeit, die frühen Hilfen u.s.w. Geld kosten, dürfte doch wohl klar sein. Seit langem erfüllen wir im Kinder- und Jugendbereich ausschließlich die Pflichtaufgaben. Es stellt sich nun als Segen heraus, dass die Kinderbetreuung und die Jugendhilfe ein gesetzlich verankerter Anspruch sind.

Was also soll das Jammern um die finanziellen Erfordernisse im Kinder- und Jugendbereich? Soll es die Fachpolitiker schon einmal einstimmen auf weitere Standardabsenkungen in unseren Bildungseinrichtungen? Einige Millionen Euro sind bereits „eingespart" worden in den vergangenen Jahren - und das bei Aufgabenzuwächsen, wie die Betreuung der unter Dreijährigen und die Maßnahmen, um Kindesmisshandlungen vorzubeugen. Weitere Senkungen sind nicht mehr zu verantworten.

„22 Millionen lässt sich die Stadt den Kinder- und Jugendbereich kosten, denen nur 6 Millionen gegenüberstehen." So äußerte sich der Kämmerer. Diese Ausdrucksweise ist nicht gerechtfertigt, denn wir lassen uns das nicht verschwenderisch viel kosten, sondern wir tun unsere Pflicht.

Außerdem steht auf der Ertragsseite viel mehr als die berechneten 6 Millionen.Dort steht die gerechte und kompensatorische Bildung und Erziehung. Dort steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dort steht die Konsequenz auf den Rückgang der Geburten, denn ohne Betreuungsmöglichkeit werden junge Paare kinderlos bleiben. Dort steht ein Begegnen auf den viel beklagten Fachkräftemangel, denn ein Teil der vorhandenen Fachkräfte wartet noch auf einen Betreuungsplatz. Und es steht auf der Habenseite der Schutz unserer Kinder.

Die Frage müsste eher heißen: „Können wir uns weitere Einschnitte im Kinder- und Jugendbereich leisten?" Ein Fehlen dieser Angebote auf der Habenseite unserer Bilanz würde nämlich durch die finanziellen und sozialen Folgen sowohl unseren Haushalt als auch das Leben in unserer Stadt belasten.

Der Kämmerer spricht von „ausufernder Inanspruchnahme der Tagesmütter" und beklagt die dadurch entstehende Ausgabe von 170 000,- Euro. Hier ufert nichts aus, sondern der Bedarf ist schlichtweg doppelt so hoch, als von der Verwaltung zunächst angenommen.

Unsere Familien brauchen alle bestehenden Angebote im Kinder- und Jugendbereich. 

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