BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

Bericht über den Besuch der Grünen beim Alevitischen Kulturverein

8. Dezember 2008

Es duftet nach türkischer Pizza und nach Tee, am Freitag, um 17 Uhr im Gemeinschaftsraum des Alevitischen Kulturvereins.

„Trinken Sie einen Tee mit uns?“ so werden Nico Berg und Holger Hartnig

(Junge Grüne) zusammen mit Christian Vetter, Peter Köhler und Ingrid

Ketzscher (Grüne) empfangen. Sie wollen erfahren, wie ein ganz normaler

Feierabend aussieht im Kulturvereinshaus.

In einer kleinen Küche bereiten zwei Frauen und zwei Männer türkische

Pizza und Salat zu, die sich die Alevitischen Familien gemeinsam

schmecken lassen wollen. Familien sitzen hier zusammen, um Kontakt

untereinander zu pflegen.

Verse von Deutschen und türkischen Dichtern wie Goethe und Hallac Mansur schmücken die Wände.

In einem Grüppchen stecken Teenies ihre Köpfe zusammen, sie warten auf

ihren Musikunterricht. Noch ist der Musikraum besetzt, weil die

Fortgeschrittenen üben. Zwölf Frauen und Männer spielen anatolische

traditionelle Musik auf der Saz, einem Seiteninstrument. „Für uns hören

sich diese Klänge nach Ferne an, für die Aleviten bedeutet das

Saz-Spielen ein Stück Identität“ meint Ingrid Ketzscher.

Der mit Teppichen ausgelegte Gebetsraum ist zur Zeit ungenutzt. Zwei

bis drei mal im Jahr füllt er sich mit der gesamten Gemeinschaft der

Alevitischen Familien zum Gebet. Wer nicht miteinander spricht, weil er

im Streit lebt, darf diesen Gebetsstunden nicht beiwohnen. Die

Gemeinschaft legt Wert darauf, dass Streitigkeiten vorher beseitigt

werden. „Wir fasten an 365 Tagen im Jahr“ sagt ein älterer Herr

augenzwinkernd: „Fasten bedeutet für uns menschlich sein, korrekt.“ Und

das meint er ernst.

Die Jugendarbeit wird groß geschrieben im Verein. Jugendliche finden hier Ansprechpartner und bekommen Hausaufgabenhilfe.

Für das nächste Jahr hat Frau Kumpir vom Frauenvorstand viel geplant.

Es wird wieder die beliebten Nähkurse geben für türkische und deutsche

Frauen, einen Kurs Lebensorientierung zur Stärkung der Frauen sowie

Sprachkurse für ältere Aleviten.

„Es war uns wichtig, dass wir Einblick nehmen in einen ganz normalen

Tag beim alevitischen Kulturverein. Freundlichkeit und Offenheit prägen

die Stimmung hier und der Wille, viel für Bildung und Integration zu

tun“ resümieren die Grünen.

Die Jungen Grünen werden mit einer Einladung zu einem Theaterangebot an die Jugendlichen verabschiedet.

Am kommenden Donnerstag befasst sich der Sozialausschuss mit einem Antrag des Alevitischen Kulturverein.

Ingrid Ketzscher

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