BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Bahnhofs-Chronologie: Es hätte ganz anders laufen können

3. Februar 2012

Die WP hat auf einer Doppelseite die verschiedenen Bauprojekte vorgestellt, die im Laufe des letzten Jahrzehnts für das Bahnhofsgelände geplant wurden. Aber eben nur die Bauprojekte und nicht andere diskutierte Möglichkeiten für das Gelände. Die Mendener Grünen ergänzen die Chronologie der Bahnhofspläne deshalb um eine wichtige Facette:

Die Entwicklungsgeschichte der vielen Bahnhofspläne, von denen erst der jüngste nach ca. 12 Jahren nun verwirklicht wird, macht eines sehr deutlich: Die Stadt Menden konnte die vielen Jahre über nur defensiv reagieren. Investoren legten Pläne vor, mit denen sie sich eine Rentabilität versprachen - kein leichtes Unterfangen an dieser Stelle. Schließlich handelt es sich um ein schmales Bahngelände mit Leitungen, Widmungen, Altlasten und besonderen Auflagen. Alle Pläne stimmen in einem überein: Handelsflächen oder Raum für Freizeitkonsum in großer Dimension - schließlich muss dem hohen Invest ein entsprechender Gewinn gegenüberstehen.

Die Bahnhofsgeschichte aber hätte ganz anders laufen können. Nachdem die DB damals ihre Empfangsgebäude und die Flächen in ganz NRW veräußerte, legte die Rot-Grüne Landesregierung das Programm „Bahnflächenpool" auf. Es sollte die guten städtebaulichen Entwicklungschancen für diese Flächen und Gebäude im Herzen der Städte ermöglichen. Denn die einzelnen Kommunen konnten nur durch den Kauf die Planungshoheit erlangen - waren damit aber finanziell überfordert. Deshalb handelte das Land mit der Bahn Sonderkonditionen aus für viele Flächen und Gebäude, sozusagen im Paketpreis. Die Städte konnten daraufhin Schritt für Schritt ermitteln, welche Nutzung an dieser Stelle für die eigene Stadt vorteilhaft ist. Nahezu alle umliegenden Städte haben dieses attraktive Angebot angenommen. Sie haben Nutzungen für die historischen Gebäude und die umliegenden Gelände gefunden und verwirklicht.

In Menden scheiterte der Versuch der Grünen schon im ersten Schritt: Der Antrag, sich dieses hilfreiche Programm im Rat vorstellen zu lassen von Vertretern der Landesregierung, wurde von der Mehrheit abgelehnt.

„Lass das mal die Investoren machen" hieß es vonseiten der CDU. Und damit begann die Defensive und der Verfall. Das Ergebnis ist nun nach vielen Jahren ein Einkaufszentrum mit der Notwendigkeit einer Erschließungsstraße parallel zur Fußgängerpromenade.

Es hätte also auch ganz anders kommen können. Mit Bahnflächenpool wäre vielleicht der Plan der Bürgerinitiative „Untere Promenade" verwirklicht worden mit Park entlang der Hönne, mit einem Ausbildungsbahnhof und Gastronomie oder ein Entwicklungszentrum für ressourcensparende Technologien oder ...wer weiß? Ganz sicher aber wäre das große bürgerschaftliche Engagement von vielen Seiten wie z.B. der Kirchengemeinden oder der Architekteninitiativen nicht völlig ins Leere gelaufen.

 

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