BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Duplicate of 20% weniger für Tagesmütter

28. September 2012

Unter der überschrift „Mindestlohn von 2 bis 5 Euro - Kompromiss für Arbeitsbedingungen in der Kindertagespflege liegt vor" wird in der WP die Herabstufung einer immer qualifizierteren Arbeitsleistung als Kompromiss bezeichnet. Die Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und dem SKF zur Vergütung der Tagesmütter werden mit Tarifverhandlungen verglichen. Zurecht - denn die Tagespflegekräfte gehören leider keiner Berufsgruppe an, für sie gibt es keine Tarife, keine Gewerkschaft, die für sie streitet. Also musste die Stadtverwaltung mit dem Träger der Tagespflege über die städtische Zuwendung verhandeln. Das Ergebnis aber gleicht keinem Ergebnis einer Tarifverhandlung, denn es ist geschichtlich noch niemals vorgekommen, dass am Ende die Arbeit schlechter bezahlt wird als vor einer Tarifverhandlung - auch wenn die Verhandlungen noch so schlecht verliefen.

Kindertagespflegekräfte, die über eine Qualifizierung entsprechend dem Curriculum des Deutschen Jugendinstitutes mit einem Mindestumfang von 160 Stunden verfügen, bekommen danach statt wie bisher 5 Euro nur noch 4 Euro pro Stunde - wenn sie nicht schon über 3 Jahre Berufserfahrung haben.

Worin besteht eigentlich der Kompromiss für die Frauen, die sich qualifiziert haben und der Stadt ermöglichen, den Rechtsanspruch für die Betreuung der unterdreijährigen Kinder zu erfüllen? Die Wiedereingliederungsmaßnahmen junger Mütter und Väter erst möglich machen? Die im System der „Frühen Hilfen für Familien" eine verantwortungsvolle Rolle spielen?

Bei Kompromissen geben beide Seiten etwas her und erhalten auch etwas. Die Tagesmütter leisten immer mehr und immer qualifizierter, viele der bisher tätigen und alle neu qualifizierten sollen aber ab dem nächsten Jahr 20% weniger bekommen. Wo ist also der Kompromiss?

Lange Zeit hatten sich die Kinder- und Jugendpolitiker dagegen gesperrt, die Vergütung zu reduzieren. Denn wir brauchen zusätzliche Tagesmütter, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Eine Reduzierung ist ganz klar das falsche Signal gegenüber Neueinsteigerinnen. Warum die KJHA-Mitglieder von CDU, SPD, FDP nun im Ausschuss eingeknickt sind, ist für uns Grüne nicht nachvollziehbar. Der Rat hätte kommenden Dienstag die Möglichkeit zu einer Korrektur.

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