BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Jägerprotest zum Jahresempfang

Umwelt ·  1. März 2015

Der Mendener Hegering nutzte den diesjährigen städtischen Jahresempfang für eine Protestaktion gegen die geplante Reformierung des Jagdgesetzes.

Ingrid Ketzscher nahm die Gelegenheit wahr, mit den Jägern hier vor Ort ins Gespräch zu kommen.

 

Ein Bericht:

„Freiheit statt Verbote“ war zu lesen auf den von den Jägern gehaltenen Plakaten. Auf die Frage, was denn genau gemeint ist, erhielten Grüne die Antwort: „Das alte Jagdgesetz soll bleiben, wie es ist.“

Demgegenüber vertreten die Grünen, das das aus dem Jahr 1934 stammende Jagdgesetz heutigen gesellschaftlichen Anforderungen des Tier- und Naturschutzes anzupassen ist. Schließlich sind inzwischen viele Tierarten vom Aussterben bedroht und die sind selbstverständlich vor dem Abschuss zu schützen. Darüberhinaus sollte die Jagdausübung in Natur- und Vogelschutzgebieten den Schutzzweck berücksichtigen.


Aus grüner Sicht ist es auch richtig, bestimmte Methoden zu untersagen, wie z.B. die Ausbildung der Jagdhunde an lebenden, zuvor flugunfähig gemachten Enten.


Die Inhalte des Gesetzentwurfes sind das Resultat eines mehrjährigen Beteiligungsprozesses mit Umwelt,- Tierschutz- und Jagdverbänden sowie Waldbesitzern.


Ingrid Ketzscher

 

Aufgrund dieser moderat und sachlich gehaltenen Pressemitteilung griffen die Jäger die Mendener Grünen hart an.

 

Hier ist der Artikel der WP zu lesen:

www.derwesten.de

 

Unsere Erwiderung:

 

Stellungnahme zu Jägerreaktion


Wer wagt es, eine Meinung zu haben? Schon wieder diese Grünen.

Eine Demokratie lebt davon, dass sich Bürger aus unterschiedlichen Blickwinkeln für ihre Anliegen einsetzen. Aus diesem Grunde halten die Mendener Grünen die Aktion der Jäger zum Jahresempfang auch für legitim.

Ebenso legitim ist es, die grüne Position zu benennen:

1. Vom Aussterben bedrohte Tierarten und Tiere, die nicht verwertbar sind, sollen vom Jagdrecht ausgenommen sein. Beispiele sind Wildkatze, Luchs, Schwan und Graureiher.

2. Naturschutzgebiete dienen dem Erhalt der Artenvielfalt. Deshalb muss sich die Jagd dort dem ausgewiesenen Schutzziel anpassen.

3. Ausrichtung des Jagdrechts nach Tierschutzkriterien ist eine logische Konsequenz auf die Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz im Jahr 2002.


Eine Schuldzuweisung zum Artenschwund hat es vonseiten der Grünen nie gegeben, dieser Vorwurf des Hegerings trifft ins Leere. Umweltverbänden und Grünen ist klar: das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren ist dafür verantwortlich, dass Tier- und Pflanzenarten aussterben. Handeln müssen wir auf allen Gebieten. Um uns dafür stark zu machen, werden Grüne gewählt. Dazu zählt aus grüner Sicht auch, das Jagdgesetz heutigen Anforderungen an Umwelt- und Tierschutz anzupassen.


Gesetze sind nie statisch. Insoweit stellt sich in Abständen immer wieder die Frage nach notwendigen Anpassungen. Daher ziehen sich die Bestrebungen zur Novellierung der Landesjagdgesetze wie ein roter Faden durch das Bundesgebiet.

Rheinland-Pfalz hat bereits in 2010, Hessen in 2011 sein Jagdgesetz novelliert. Sachsen folgte in 2012 und das Saarland in 2014. Schleswig-Holstein hat in 2014 mit einer Änderung im Jagdgesetz bleifreie Munition vorgegeben und mit einer Änderung der Landesjagdzeitenverordnung die Jagd- und Schonzeiten angepasst. In Brandenburg und Baden-Württemberg befinden sich aktuell Gesetzesentwürfe im parlamentarischen Verfahren.


Der tatsächliche Eingriff in die Jagd wird durch das neue Gesetz eher gering eingeschätzt. 98,5% aller im letzten erfassten Jagdjahr getätigten 1,2 Mio. Abschüsse dürften mit reformiertem Gesetz weiterhin erfolgen, so berechnete der NABU.


Von Gängelung keine Spur.


Ingrid Ketzscher