BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Dokumentation einer Abschiebung

1. Februar 2016

Dokumentation einer Abschiebung

Familie A. hat vor über 3 Jahren einen Antrag aus Asyl gestellt, weil sie in Mazedonien aufgrund von religiösen Anfeindungen bedroht wird. Seitdem lebten die Eltern mit ihren 4 Kindern bei uns in Menden völlig integriert. Im Dezember 2015 morgens um 5.30  aber wurden sie plötzlich von einem großen Polizeiaufgebot aus den Betten geklingelt und hatten 10 Minuten Zeit, die Sachen zu packen. 2 Koffer wurden ihnen zugestanden. Bei diesem Schockerlebnis ist es nicht verwunderlich, dass wichtige Dokumente in der Wohnung geblieben sind, wie Zeugnisse der Kinder.

Großvater A. musste alles mit ansehen und ist warscheinlich traumatisiert. Er hat ein eigenes Verfahren und wurde nicht mit abgeschoben. Er wurde über Weihnachten bis ins neue Jahr von einer Integrationslotsin in Menden aufgenommen, ist aber inzwischen in der kleinen Stadt Wachtberg, der er zugewiesen wurde. Er zeigt, dass er damit überfordert ist. Schließlich hat er in Mazedonien seine Frau verloren, die dort ermordet wurde aufgrund der religiösen Anfeindungen. Nun hat er den Polizeiübergriff sehr demütigend und ohnmächtig miterlebt. Er fühlt sich in Wachtberg sehr einsam.

Sein großer Wunsch ist, dass er wieder nach Menden kommen darf. Hier hat er einige vertraute Menschen, mit denen er reden kann und die sich kümmern. Und hier hat er seinen Arzt, das betont er immer wieder. Unter der Voraussetzung, dass wir eine Unterkunft für ihn finden, die nicht öffentlich finanziert werden muss, dürfte er hier leben.
 
Deshalb unsere dringende Bitte an alle: Helft suchen! Wo kann Großvater unterkommen in Menden? Er ist ein sehr zurückhaltender und bescheidener Mensch. Was er braucht, ist menschliche Zuwendung. Er ist mobil, man brauchte sich nicht ständig um ihn zu kümmern. Bitte sucht mit uns eine Lösung!


Den Eltern mit ihren 4 Kindern dieser Roma-Familie geht es schlecht in Mazedonien, weil sie versteckt leben müssen - auch sie bekamen Morddrohungen. Zurück in ihr Heimatdorf können sie also nicht. Zur Zeit haben Sie ein Dach über dem Kopf, wissen aber nicht, wie lange sie in der Wohnung bleiben dürfen. Einmal am Tag bringt eine Kirchengemeinde Essen vorbei, das nicht ausreicht. Die Kinder werden nicht satt.
Die Situation stellt sich aussichtslos dar, eine Arbeit wird der Vater nicht so einfach bekommen.

Die Personalausweise, die Heiratsurkunde und die Geburtsurkunde der Kinder, die üblicherweise mitgegeben werden, sind hier bei den deutschen Behörden geblieben. Aufgrund des Behördenfehlers sollte Vater A. in Mazedonien Strafe zahlen und die Kinder können nicht in der Schule angemeldet werden...

Der Mitarbeiter von der Ausländerbehörde Lüdenscheid hatte Familie A. zur Petition geraten und dann die Abschiebung innerhalb des Verfahrens verfügt gemeinsam mit Landrat Gehmke. Die Anwältin spricht von einer realen Gefährdungslage für die Familie in Mazedonien.

Fam. A. hatte stets beteuert, dass sie freiwillig ausreisen werde, wenn die ihr zustehenden Verfahren negativ ausgehen sollten. Sie hatte regelrecht darum gefleht, dass sie nicht abgeschoben werden. Durch die erfolgte Abschiebung konnte die Familie sich auf die harte Zeit dort in Mazedonien in keiner Weise vorbereiten, ihre Kinder konnten sich nicht von ihren Gruppen in der Kita und der Schule hier bei uns verabschieden konnten. So darf man nicht mit Menschen umgehen!

Der Freundeskreis Familie A. hatte inzwischen ein Gespräch mit Bürgermeister Wächter. Er möge sich dafür einzusetzen, dass die Spielräume, die das Asylgesetz zulässt, im Sinne unserer Familien genutzt wird und nicht gegen sie.
Wir werden Anträge im Integrationsausschuss stellen und im Kinder- und Jugendhilfe-Ausschuss mit dem Ziel, dass hier menschlicher mit unseren Familien umgegangen wird.

 

Aktuell gilt es erstmal, dem Großvater an der Seite zu stehen. Wer hat einen Schlafplatz?