BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

130 Bürgerinnen und Bürger informierten sich über die Autobahnpläne

28. April 2016

130 Interessierte füllten den Bürgersaal am 21.4. auf Einladung der Gruppeninitiative gegen A46.
Die Bürgerinnen und Bürger zeigten deutliches Interesse an Informaionen über den Dobrindt-Plan, der den Bau der A46 durch Menden vorsieht.


Zwei Erkenntnisse stachen an diesem Abend besonders hervor. Der Lückenschluss ist als primäres Ansinnen der Befürworter gescheitert! Selbst die Gutachter des Bundes sehen in dieser Variante keine Option und trugen sie so zu Grabe. Die sogenannte A46/B7 neu nicht mehr in der vordringlichsten Prioritätsstufe des Bundesverkehrswegeplans. Durch die Schaffung der neuen Kategorie „Vordringlicher Bedarf Engpässe“, in die der Weiterbau keinen Eingang fand, ist die Planung in die zweitdringlichste Kategorie abgerutscht. Darauf wies Stefan Neuhaus in seinen Eingangsworten hin.


Werner Reh kündigte als Leiter für Verkehr, Städtebau und Raumordnung eine Klage des BUND an, da die alternative Netzlösung von Seiten des Verkehrsministeriums nicht ausreichend geprüft wurde. Er wies darauf hin, dass die Kosten-Nutzen-Relation der A46/B7 von 5,2 im Jahr 2003 auf 3,1 gefallen ist und so weit unter dem Wert von 6,7 der Netzvariante liegt. Gleichzeitig belegte er mit einer deutschlandweiten Betrachtung, dass der Bundesverkehrswegeplan einen auffallend regionalen bzw. Wahlkreisbezug zwischen den Abgeordneten und den zu bewilligenden Bauvorhaben aufweist.


Stefan Neuhaus stellte anhand von Studien dar, dass das größte Verkehrsaufkommen in hiesigen Bereichen nicht aus überregionaler Verkehrsführung stammt, sondern aus lokalem Ziel- und Quellverkehr. Dies lässt eine eventuelle Entlastung heimischer Bundesstraßen durch den Weiterbau wenig realistisch erscheinen, eher ist ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in unserem Bereich zu erwarten.


Was Kosten und ökologische Betroffenheit angeht, liegt der Ausbauplan in obersten Bereichen. Gerade die Auswirkungen auf Natur und Umwelt und die Naherholung konnte Ingrid Ketzscher mit den Bildern des virtuellen Trassenspaziergangs besonders belegen. Idyllische Landschaften würden unwiederbringlich einer Umweltsünde geopfert, deren Kostenschätzungen in den letzten 10 Jahren auf 500 Millionen gestiegen sind. Der Wald vor der Haustüre mit seinen besondern beliebten Freizeitmöglichkeiten ist es, der Menden lebenswert macht.


Mehr als 30 Jahre lebt der Widerstand gegen den Bau der A46 zwischen Hemer und Arnsberg. Wie stark er noch ist, zeigte sich einmal mehr am Donnerstag.


Wer sich mit uns am Widerstand beteiligen will, kann sich in erster Linie an die Mitglieder des Verkehrsausschusses im Bundestag wenden. Dieser Personenkreis entscheidet konkret über zu bewilligende Projekte und ist über zahlenmäßig hohen Widerspruch aus den jeweiligen Regionen durchaus zu beeinflussen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ist bis zum 2. Mai möglich, einen Widerspruch zu formulieren. Wie der aussichtsreich gestaltet werden kann, ist auf der Website des BUND zu lesen: www.bund.net/index.php