BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Menden

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Weltkindertag 2017 - kein Familiennachzug aus Kriegsgebieten

20. September 2017

Zum Weltkindertag am 20.9.17 äußert sich Ingrid Ketzscher zu den menschlichen Auswirkungen bei Aussetzen des Familiennachzugs aus Kriegsgebieten.

 

Weltkindertag 2017 - kein Familiennachzug aus Kriegsgebieten


Kinder getrennt von ihren Vätern - Familien zerstört

warum?

Als Mitglied im Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Stadt Menden und als Unterstützerin von Flüchtlingsfamilien möchte ich zum heutigen Weltkindertag an die vielen Kinder erinnern, die in Kriegs- und Krisengebieten wie u.a. Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia unter furchtbaren und lebensgefährlichen Bedingungen leben müssen, während ihre Väter hier bei uns in Deutschland darauf warten, sie und ihre Mütter nachholen zu dürfen in unser schutzgebendes Land.
Väter mussten aus akuten Bedrohungslagen allein flüchten. Sie haben sich darauf verlassen, dass sie ihre eigene Kernfamilie nachholen dürfen, so wie es die Genfer Flüchtlingskonvention verbrieft.* Auch hier bei uns in Menden leben geflüchtete Familienväter, deren Lebensperspektive gerade zerstört wird, denn De Maizière kündigte an, den Familiennachzug auch nach März 2018 (für subsidiären Schutz) auszusetzen. Eine Zukunft ohne ihre Kinder ist für die geflüchteten Menschen nicht denkbar.
Nach einem langen und harten Fluchtweg haben sie alles getan, was hier von Flüchtlingen erwartet wird - lernen unsere Sprache und unser Grundgesetz. Nun werden sie gezwungen, in Kriegsgebiete zurückzugehen oder die eigene Familie aufzugeben. Und dies, obwohl ihre Fluchtgründe anerkannt wurden! Die Kinder und die Ehefrau sind weiterhin schutzlos dem Krieg ausgeliefert. Dies ist aus menschlicher Sicht nicht hinnehmbar.
Der CDU Innenminister verstößt gegen den grundgesetzlichen Schutz der Familie und gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

Integrationsleistungen laufen ins Leere, ehrenamtlich und beruflich in der Flüchtlingsarbeit tätige Menschen sehen, dass ihre Arbeit ad absurdum geführt wird.

Warum?

Ingrid Ketzscher


*Hintergrundinfo:
Durch das Asylpaket II wurde den Flüchtlingen gesagt, sie könnten erst ab März 2018 ihre Familien nachholen. Das bedeutete für die Betroffenen: jahrelange Familientrennung, und damit Leid, Angst und Verzweiflung. Nun kündigte der Bundesinnenminister an, sich dafür einzusetzen, die Aussetzung des Familiennachzugs auch über März 2018 hinaus zu verlängern.


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