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Bündnis 90 Die GRÜNEN Ortsverband Menden

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Wahlprogramm 2009: Finanzen – sparen ja, aber nicht um jeden Preis

Menden macht Schulden, das lässt sich nicht wegreden. Unsere Ausgaben übersteigen deutlich die Einnahmen - und das absehbar auch in den kommenden Jahren. Das wird ab 2010 zur Folge haben, dass wir wieder in die Haushaltssicherung geraten und unsere Ausgaben bzw. Investitionen einschränken bzw. genehmigen lassen müssen.

Gemeinden brauchen finanzielle Sicherheit

Damit steht Menden nicht allein, etwa der Hälfte aller Städte in NRW geht es genauso. Dabei leben viele dieser Städte nicht luxuriös. Sie können nur einfach ihre vielen Aufgaben nicht mehr bezahlen, weil die Einnahmen dafür nicht ausreichen. Dabei werden die Kommunen von Bund und Land im Regen stehen gelassen. Statt endlich für eine ausreichende Grundfinanzierung der Kommunen zu sorgen, belasten sie die Städte immer wieder mit neuen Aufgaben ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich. So verursacht z.B. allein das neue KinderBildungsGesetz (KiBiz) der schwarz-gelben Landesregierung jährliche Zusatzkosten von rund 800.000 Euro für den Mendener Haushalt. Mehr noch: Das Land saniert seinen Haushalt, indem es den Städten die Gelder kürzt oder vorenthält. Beispiele dafür sind die unvollständige Weitergabe der Wohngeldmittel nach SGB 2, die Kürzung der Landeszuschüsse bei den Schülerfahrtkosten sowie gekürzte Weiterbildungsmittel im VHS-Bereich.

Selbst wenn wir in Menden sämtliche freiwilligen Leistungen streichen würden, kämen wir aus dem jährlichen Minus nicht heraus. Schon lange fordern Bündnis 90 / Die Grünen deshalb in Übereinstimmung mit den Städten und Gemeinden eine grundlegende Gemeindefinanzreform und die Einhaltung des Verursacherprinzips: Wenn Bund oder Land eine Aufgabe beschließen, sollen sie diese auch finanzieren.
Um die kommunale Selbstverwaltung zu erhalten, brauchen die Kommunen eine sichere Finanzierung, die Haushaltssicherung und Schuldenabbau nicht in den Widerspruch zur Erfüllung aktueller Aufgaben bringt. Erst dann werden den Städten wieder wirklich ausreichende Handlungsspielräume eröffnet, z.B. in Bildung, Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit.

Mendener Ursachen für das Loch im Haushalt

Für die miserable Mendener Finanzlage sind aber auch örtliche Faktoren mitverantwortlich. Nur einige Beispiele:

Auch viele andere Finanzentscheidungen der letzten Jahre, ob im Großen oder Kleinen, sind gegen unsere politischen Vorstellungen getroffen worden. Die GAL hat die Haushalte der letzten Jahre deshalb konsequent abgelehnt.

Grüne Maßstäbe

Für die nächsten Jahre muss die Devise lauten: Sparen dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Aber bitte nicht um jeden Preis, wir dürfen unsere Stadt und vor allem ihre sozialen Angebote nicht kaputt sparen! Stattdessen ist die Politik noch mehr als bisher gefordert, die Prioritäten richtig zu setzen.

Die Grünen werden finanzielle Entscheidungen in den nächsten Jahren deshalb an folgenden Zielen und Maßstäben messen:

Das Sparkassendesaster

Ein Wahlprogramm kann aktuell zu den städtischen Finanzen nicht enden, ohne auf die Situation der Sparkasse einzugehen:
Lange wurde die wahre katastrophale Lage der Sparkasse von ihrem Vorstand und Verwaltungsrat verschleiert. Obwohl der Stadtrat die Vertretung der Stadt Menden als Träger der Sparkasse ist, wurden ihm trotz mehrfacher kritischer Nachfragen klare Auskünfte mit Verweis auf das Bankgeheimnis und Verschwiegenheitspflichten über ein Jahr lang verweigert. Nun wurde das Desaster klar: Durch die Baukreditaffäre und Fehlentscheidungen in der Geschäftspolitik wurden in den letzten Jahren vermutlich 50 Mio. € Kapital vernichtet. Statt wie in anderen Städten Gewinne zu erwirtschaften und Teile davon an den städtischen Haushalt auszuschütten, wurde unsere Sparkasse zum Sanierungsfall.
Aus eigener Kraft konnte die Sparkasse Menden sich nicht mehr retten, die Fusion mit einer anderen Sparkasse wurde von der Bankenaufsicht angeordnet. Dem Stadtrat blieb nichts übrig als die Fusion mit der Sparkasse Hemer zu beschließen.

Während die dafür verantwortlichen Vorstandsmitglieder inzwischen ihren Hut nehmen mussten, lehnen die Politiker im Verwaltungsrat einen Rücktritt weiterhin ab. Dabei ist es gerade die Aufgabe des Verwaltungsrats, die Geschäftspolitik der Sparkasse zu bestimmen und den Vorstand zu überwachen. In beiden Bereichen hat der Verwaltungsrat versagt.

Für uns ergeben sich daraus zwei klare Forderungen:
Dem Verwaltungsrat der neuen, fusionierten Sparkasse Hemer-Menden dürfen keine Mitglieder des „alten" Mendener Verwaltungsrats angehören. Außerdem müssen geeignete Mechanismen entwickelt werden, um dem Stadtrat zu den notwendigen Informationen über Lage und voraussichtliche Entwicklung der Sparkasse, aber auch anderer städtischer Tochterunternehmen, zu verhelfen. Warum sollte in Menden nicht möglich sein, was in anderen Städten längst praktiziert wird?

Hier können Sie das komplette Wahlprogramm 2009 als PDF (ca 1.5MB) herunterladen.


Silhouette Menden