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Bündnis 90 Die GRÜNEN Ortsverband Menden

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Wahlprogramm 2009: Mobilität für Menden

Der aktuelle Verkehrsentwicklungsplan sagt es ganz deutlich: Während in Menden für den Autoverkehr viel Platz zur Verfügung gestellt wird, werden Fußgänger, Radfahrer, Bus und Bahn immer noch vernachlässigt. Während der Autoverkehr steigt, sind die Potentiale für den öffentlichen Personennahverkehr sowie für das Fahrrad nur unzureichend ausgeschöpft. Deshalb ist es in Menden notwendig, die Alternativen zum Autoverkehr zu fördern. Denn wir stehen immer öfter im Stau, den wir selber verursachen. Abgase, Lärm und Unfallgefahren sind alltäglich geworden.

Wir wollen eine Verkehrspolitik, die Mobilität für alle auch ohne Auto gewährleistet und dabei die Natur möglichst wenig belastet. Wir treten dafür ein, die Bedingungen für Busse, Bahn, Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Wir wollen erreichen, dass auch diejenigen, die heute ihr Auto benutzen, öfter mal umsteigen.

Diese Verkehrspolitik hat auch eine soziale Komponente. Denn vor allem Kinder und Jugendliche sowie die steigende Anzahl älterer Menschen ohne eigenes Auto sind auf gute, zuverlässige, bequeme und preiswerte Bus- und Bahnverbindungen sowie auf sichere Fuß- und Radwege angewiesen.

Busse und Bahnen

Busse und Bahnen werden in Menden im Vergleich zum Landesdurchschnitt weiterhin nur unterdurchschnittlich benutzt. Wir wollen das Bus- und Bahnfahren attraktiver machen.

Gerade im ländlichen Raum sind viele Menschen auf funktionierende Bus- und Bahnverbindungen angewiesen. Wir fordern deshalb Verbesserungen im ÖPNV: Um dem veränderten Arbeits- und Freizeitverhalten gerecht zu werden, müssen die Fahrzeiten in den Abendstunden und an den Wochenenden auch nachts ausgeweitet werden. Die Verknüpfung von Bus und Bahn muss stärker verfolgt werden, hierzu bietet die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes beste Chancen. Die Busanbindung der ländlichen Ortsteile muss erhalten und möglichst sogar noch ausgebaut werden. Auf Mendener Gebiet fehlt an zahlreichen Bushaltestellen ein Wetterschutz, sogar an zentralen Haltestellen wie Walburgiskirche oder Westwall werden die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen gelassen. Wir setzen uns deshalb für den geeigneten Ausbau der Haltestellen ein.

Wir treten für die Wiederaufnahme des regelmäßigen Schienenverkehrs auf der Strecke nach Hemer ein. Die Einstellung des Verkehrs auf dieser Strecke vor 20 Jahren war ein Fehler, der jetzt schnellstmöglich rückgängig gemacht werden muss. Durch eine Wiederaufnahme der Strecke könnten laut Verkehrsentwicklungsplan über 1500 Menschen täglich die Verbindung nach Hemer nutzen, davon über 200 zusätzlich als Umsteiger vom Auto in die Bahn. Zudem hat die Holzverladung nach „Kyrill" gezeigt, wie wichtig eine noch vorhandene Schieneninfrastruktur auch für den Güterverkehr sein kann: Ohne die Strecke Hemer-Menden wären unsere Straßen mit täglich ca. 40 Holztransporten zusätzlich belastet worden.
Unserem gemeinsamen grünen Engagement mit VCD, ADFC und dem Förderverein Oesetalbahn ist es zu verdanken, dass die Schiene nach Hemer noch nicht demontiert ist. Denn sind die Schienen erst einmal abgebaut, wird die Schienenverbindung für immer Geschichte sein! Nun geht es darum, möglichst viel Bahnverkehr auf die Strecke zu bekommen.

Mendener Bahnhof

Bei den allgegenwärtigen Diskussionen um den Mendener Bahnhof wird leider immer wieder seine eigentliche Funktion vergessen. Allein bis zu 1000 Schüler täglich nutzen unseren Bahnhof. Bei der Gestaltung des Bahnhofsgeländes geht es deshalb darum, dass Menden wieder einen attraktiven Haltepunkt bekommt, der Service und Aufenthaltsqualität bietet. Die im Vergleich zu anderen Städten extrem innenstadtnahe Lage fordert dies geradezu heraus. Wir treten für einen Bahnhof ein, der zum Reisen mit der Bahn wieder einlädt. Die Verknüpfung von Bus- und Bahnfahren muss bei allen Planungen berücksichtigt werden. Für Park-and-Ride müssen dabei ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Unterwegs zu Fuß und mit dem Rad

Die gestiegenen Verkehrsbelastungen verschärfen die Situation für Fußgänger und Radfahrer. Gerade Kinder, ältere Menschen und Behinderte sind dabei besonders gefährdet. Alle verkehrspolitischen Maßnahmen müssen dabei insbesondere die Situation dieser Gruppen verbessern. Da wo es notwendig und sinnvoll ist, treten wir für den Ausbau von Bürgersteigen und Gehwegen sowie von Verkehrsinseln zur besseren Überquerung von Straßen ein.

Nach wie vor wollen wir die Situation in der Lendringser Hauptstraße für Fußgänger und Radfahrer verändern. Die Möglichkeiten, die sich nach dem Bau der Umgehungsstraße B515n besonders für sie ergeben hätten, sind nicht genutzt geworden. Der gewonnene Platz durch die Verlagerung vor allem des LKW-Verkehrs ist durch zusätzliche Parkplätze wieder nur dem Autoverkehr zugute gekommen. Wir wollen bei einer Umgestaltung vor allem die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Und wir sind sicher: Das nützt auch dem Lendringser Einzelhandel.


In der Innenstadt treten wir dafür ein, den Platz vor dem Neuen Rathaus auto- und parkfrei zu gestalten. Die Erfahrungen am Alten Rathausplatz haben gezeigt, dass dies die Attraktivität des Platzes und damit der Innenstadt steigert.

Das Mendener Radwegenetz muss überprüft, verbessert und ergänzt werden. Dadurch wollen wir den Anreiz steigern, gerade für kleinere Fahrten aufs Rad umzusteigen.

Nein zur A46

Die Autobahn A 46 wäre auf unserem Stadtgebiet die größte Umweltzerstörung, die Menden je erlebt hat. Daran ändert auch die von der CDU geforderte 590 Meter lange Untertunnelung eines Industriegebiets nichts. Die damalige CDU-Mehrheit hat 1999 die Resolution gegen den Bau der Autobahn durch eine Pro-A46-Position ersetzt. Das hat mit dazu beigetragen, dass die Autobahn auch im neuen Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf übernommen wurde und die Planungen voran getrieben werden. Schon im Herbst 2009 sollen in den Städten die Trassenvarianten vorgestellt werden.

Die A46 würde nachweislich zusätzlichen Verkehr in unsere Region bringen. Entlastungen für einige Straßen stehen Belastungen an anderer Stelle in großem Umfang gegenüber. So sagen die aktuellen Planungen eine tägliche Belastung von über 33.000 bzw. 40.000 Fahrzeugen für die A46 zwischen Hemer und dem geplanten Anschluss in Wickede voraus.

Zu den vorhersehbaren Lärmbelastungen kommt vor allem die Zerschneidung der Naherholungs- und Waldgebiete rund um Waldemei, Oese, Rauherfeld, Berkenshofskamp, Spitthof, Hexenteich, Oesbern, Barge und Werringsen. Die Verkehrsprobleme vor Ort sind nicht durch eine Autobahn zu lösen! Sie sind überwiegend hausgemacht.

Umdenken in der Verkehrspolitik

Neue Straßen ziehen auch neuen Verkehr an, gleiches gilt für neue Parkplätze. Viele Probleme sind also nicht einfach mit noch mehr Straßen zu lösen, sondern durch neue Verkehrskonzepte und ein Umdenken in der Verkehrspolitik.

Wir wollen eine Reduzierung der Belastungen insbesondere auf den Wällen rund um die Innenstadt. Ähnlich hoch belastet sind auch Kolping- und Wilhelmstrasse. Das eingeführte kostenlose Parken in den ersten 20 Minuten halten wir für einen Fehler. So werden nur noch mehr Autos in die Innenstadt gezogen, die einen Parkplatz suchen. Wir treten dafür ein, dass sich stattdessen die Bedingungen verbessern, um auch ohne Auto Einkäufe und Besorgungen in der Stadt sicher und bequem machen zu können. Statt das kostenlose Parken zu subventionieren wollen wir erreichen, dass ein Teil der Fahrtkosten für Busse und Bahn in die Innenstadt bei Vorlage der Fahrkarte vergütet wird und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt erhöht wird.

Nordtangente

Die Nordtangente kann eine Möglichkeit sein, um den Bräukerweg, die Kreuzung Märkische Straße und Teile der Fröndenberger und Werler Straße zu entlasten. Allerdings führt eine solche Verbindung zwangsläufig zu neuen Belastungen an anderen Stellen - hier insbesondere auf der Bismarckstraße. Vor einer weitergehenden Planung fordern wir deshalb eine detaillierte Überprüfung der Auswirkungen der Nordtangente. Denkbar ist eine solche Verbindung auch nur dann, wenn nicht gleichzeitig in wenigen Kilometern Entfernung mit dem Bau der A46 eine zusätzliche große Verbindung in die gleiche Richtung gebaut wird.

Hier können Sie das komplette Wahlprogramm 2009 als PDF (ca 1.5MB) herunterladen.


Silhouette Menden